Lachs aus Aquakultur oder Wildfang
Tipps für den Einkauf von Lachs

Wer liebt es nicht, ein frisches Lachsbrötchen zu geniessen? Wahlweise mit Butter, Meerrettich, Zwiebel und Kapern verfeinert. Das ist schon eine Delikatesse. Doch vor dem Verzehr von Lachs, sollte man sich so seine Gedanken machen. Da schwingen bei genauerem Hinsehen nämlich schnell Gesundheitliche und Biologische Aspekte mit. Wildlachs oder Lachs aus Aquakultur? Diese Frage stellen wir uns heute. Gleich vorne weg, die richtige Antwort gibt es nicht. Aber wir wollen die Vor- und Nachteil hier einmal gründliche beleuchten, so dass sich jeder sein eigenes Urteil bilden kann.

Beim Wildlachs ist eines der Probleme, dass gewisse Arten vom Aussterben bedroht sind. Darum sollte man hier genau wissen welche Arten gefährdet sind. Dies aus eigenem Antrieb herauszufinden ist natürlich recht mühsam. Aber das muss man auch nicht. Der WWF etwa empfiehlt, sich beim Kauf von Wildfisch auf das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) zu verlassen. Er garantiert, dass man mit seinem Lachsbrötchen nicht gerade eine gefährdete Art ausrottet. Greenpeace gibt die Empfehlung raus, bei Wildlachs darauf zu achten, dass er im Nordost- oder Nordwestpazifik gefischt wurde.1

Da kommen wir vom einen, direkt zu einem anderen Problem des Wildlachs. Wenn wir uns aus Gründen des Artenschutzes als für Wildlachs aus dem Nordost- oder Nordwestpazifik entscheiden, müssen wir und auch bewusst sein, dass dieser nicht freiwillig von dort aus in den Supermarkt schwimmt. Er kommt frisch per Lufttransport nach Europa, was seine Ökobilanz massiv verschlechtert. Darum sollte man darauf achten, dass man bei dieser Variante Tiefgekühlten Wildlachs kauft. Dieser kommt nämlich meisten mit der CO2 freundlicheren Variante des Containerschiffst zu uns. 2

Auch diverse Geschmackstests, sprechen Überaschenderweise gegen den Wildlachs. In den meisten Fällen schneidet der Zuchtlachs in den Test besser ab, dies liegt auch daran, dass er oft frisch mit einer vernünftigen Ökobilanz geliefert werden kann. Tiefgefrorener Lachs schneidet meistens schlechter ab. Und gerade bei Tiefgefrorenem sollte man ja sehr Vorsichtig sein. Einmal aufgetaut und wieder eingefroren, gibt es Gesundheitliche Bedenken beim Verzehr. Und wer kann das bei der langen Reise des Lachs schon so genau kontrollieren. 3

Der Vorteil von Wildlachst ist, dass er meistens weniger Fett aufweist als Zuchtlachs. Währen Wildlachs im Durschnitt nur 1% Fett hat, sind es bei Zuchtlachs schon 16%. Im Allgemeinen weist Wildlachs in der Regel weniger Schadstoffe aus als Zuchtlachs. Dafür sind die Gesunden Stoffe wie etwa Vitamin D, B12 und Folsäure reichhaltiger vorhanden.4 Er ist leicht verdaulich und wirkt sich sehr positiv auf das allgemeine Wohlbefinden aus.

Beim Lachs aus der Aquakultur, gibt es aber auch so einige Probleme, die man beim Kauf beachten sollte. Mittlerweile stammen mehr als 90% des Lachses der bei uns auf den Tisch kommt aus Zuchtfarmen. Problematisch beim Zuchtlachs ist häufig das Futter. Da es hohe Anteile von Fett aufweist, muss es mittel Chemie haltbar gemacht werden. Dabei werden auch Stoffe verwendet wie Ethoxyquin. Dazu muss man wissen dass Ethoxyquin in Europa als Pflanzenschutzmittel verboten ist, aber als Zusatzstoff für Tierfutter weiterhin erlaubt. Es gibt keine Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel im Zuchtlachs, weshalb wir auch nur sehr wenig über diesen ungesunden Nebeneffekt wissen. 5

Eine weitere Problematik beim Zuchtlach sind die Antibiotika. Von Forschen wurden unlängst verschiedene Antibiotika in Lachs, Shrimps und anderen zuchtfischen nachgewiesen. Bei der Verabreichung von Antibiotika fehlt es häufig an Transparenz und es kommt auch oft zu Falschetikettierungen. Rückstände von Antibiotika in Lebensmitteln sind gesundheitlich problematisch und können im schlimmsten Fall sogar zu Resistenzen führen. Dass hiesse, dass man etwa bei einer Krankheit nicht mehr auf die dringend benötigten Antibiotika reagiert, weil der Krankheitserrege bereits resistent geworden ist. 6

Deshalb gilt als Standard, dass man den Fisch erst dann verkaufen darf, wenn er die Antibiotika in seinem Körper vollständig abgebaut hat. Es sind dennoch geringe Mengen von Rückständen erlaubt, die angeblich kein Risiko für den Konsumenten darstellen. Resistenzen können allerdings auch dann noch weitergegeben werden, wenn die Rückstände von Antibiotika abgebaut sind. Nämlich durch resistente Bakterien die sich im Fisch gebildet haben und bei der Messung nicht erfasst werden. Die Verabreichung von Antibiotika ist aber nicht nur ein Problem für den Menschen, sondern auch für das Tier selbst. Sie können dazu führen, dass Gene unkontrolliert aktiviert oder deaktiviert werden, dabei kann es zu Defekten wie etwa einer deformierten Wirbelsäule kommen.7

Bedenklich ist auch, dass die eingesetzten Stoffe bei der Lachszucht, von dort aus ins offene Meer gelangen und die natürliche Population bedrohen. Es wurde bereits beobachtet, dass Viren von Zuchtlachsen auf Wildlachse übergesprungen sind. Es wird davon ausgegangen, dass dies geschah, weil nicht selten Zuchtlachse aus den Farmen entkommen. 8

Der meiste Lachs aus Zuchtfarmen kommt heute aus Norwegen oder Chile. Die Massentierhalten, ist auch hier ein Problem, wie bei anderen Tieren auch. Dies haben wir schon beim Beispiel mit den Antibiotika gesehen, dass wegen dieser Haltung bei der Zucht benötigt wird. Allerdings werden die Fischfarmen immer innovativer und lernen dazu. Gerade in Norwegen gibt es beträchtliche Fortschritte, gerade im Umgang mit Antibiotika. Die Fische werden rechtzeitig geimpft und der Einsatz von Antibiotika so auf ein Minimum reduziert. Gegen die Verschmutzung mit Fischexkrementen haben die Farmer schwimmende Käfige entwickelt, die sie regelmässig verlegen können. So kann sich die Umwelt wieder von der Belastung erholen. 9

Wer sich beim Kauf sicher sein will, sollte sich für Bio-Lachs entscheiden. Der Konsument kann sich dann sicher sein, das der Lachs nicht mit Chemikalien in Berührung kam und in der Regel nicht mit Antibiotika behandelt wurde. Bio gibt es sowohl als Wildfang wie auch als Zuchtlachs. Beim Wildfang bedeutet es auch eine Umweltverträgliche Fangweise. 10

Allgemein kann man sich auch beim Lachs auf bewährte Bio-Laber oder Qualitätsgarantien wie etwas das Label-Rouge verlassen. Trotzdem ist man gut beraten, zu wissen woher der Lachs kommt, und mit welchen Problemen er möglicherweise Vorbelastet ist. Dafür haben sie mit dem Lesen dieses Artikels den ersten Schritt getan. Als verantwortungsbewusster Konsument finden sie im Internet und den Entsprechenden Organisationen noch weitergehende Informationen.

Wenn sie ihren Lachs bewusst einkaufen, können sie sich das Lachsbrötchen auch weiterhin ohne schlechtes Gewissen schmecken lassen. Es gilt bei Lachs was bei allen Tierprodukten gilt. Auf die Menge kommt es an. Fleisch, Geflügel und Fisch in Dosierten Mengen ist Gesund und wer es nicht übertreibt, schadet damit auch nicht der Umwelt.

Quellen:

  1. https://www.test.de/Ratgeber-Fischkauf-Arten-schuetzen-Qualitaet-erkennen-1746195-4155667/
  2. http://www.lighthouse-foundation.org/index.php?id=353
  3. http://www.t-online.de/leben/id_61017284/stiftung-warentest-testet-lachsfilets-.html
  4. http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/ernaehrung-wildlachs-hat-meist-weniger-fett-als-zuchtlachs-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-151222-99-505901
  5. http://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Wie-gesund-ist-Zucht-Lachs,lachs582.html
  6. https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fisch-aquakulturen-antibiotika-ia.html
  7. http://www.aquakulturinfo.de/index.php/umfang-des-einsatzes-von-antibiotika-in-der-aquakultur.html
  8. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/zuchtlachse-aus-aquafarmen-gefaehrden-wildlachse-a-957775.html
  9. http://www.mdr.de/lexi-tv/Lachs104.html
  10. http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/tipps-fuer-den-einkauf-von-lachs-rosiges-im-einkaufswagen-1.1535410-3

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