Was lesen wir nicht jeden Tag von wichtigen Ernährungstipps, wirkungsvolleren Diäten und den neuesten wissenschaftlichen Errungenschaften im Bereich der Ernährung. Die Zeitungen und Magazine sind voll davon. Mittlerweile gibt es sogar Fernsehsender die sich mit dem Thema Ernährung als Vollprogramm beschäftigen.

Ich kann ihnen in diesem Artikel leider keine Bahnbrechenden Tipps geben, mit welchen die in zwei Wochen 15 Kilo abspecken. Ich möchte ihnen aber eine Ernährungsform näher bringen die man in Europa kaum kennt, aber in Brasilien und auch immer mehr in den USA sehr verbreitet ist. Es handelt sich um die Gracie-Diät. Der Name ist allerdings ein bisschen irreführend, es handelt sich vielmehr um eine Ernährungsform die man ein Leben lang praktizieren kann als um eine blosse Diät.

Carlos Gracie Erfinder der Gracie-Diät
Carlos Gracie Erfinder der Gracie-Diät

Der Name hat diese Ernährung von der Familie Gracie, einer Schottischen Familie die anfangs des 19. Jahrhunderts nach Schottland ausgewandert ist. Die Brüder Carlos und Hélio Gracie wurden rund 100 Jahre nach der Auswanderung geboren. Sie erfanden das Gracie Jiu-Jitsu, welches auch als Brasilianisches Jiu-Jitsu bekannt ist und als effektivste Form der Selbstverteidigung gilt. Währen Hélio der begabtere Kämpfer war, gründete Carlos eine Grossfamilie und erfand die nach seiner Familie benannte Ernährung. Der grösste Teil seine Kinder, Enkel und Urenkel ernährt sich noch heute nach diesem Prinzip. (http://www.gracieacademy.com/de/history.asp)

Die Grundidee der Gracie-Ernährung ist, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern indem einem nach den Mahlzeiten nicht schwer und unwohl ist, sondern sich über den ganzen Tag hinweg fit und wohl fühlt. Carlos Gracie orientierte sich dabei weniger an wissenschaftlichen Prinzipien als an der Erfahrung seiner Eltern, Geschwister und Kindern. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass man damit auf lange Sicht sein Idealgewicht erreicht und dieses auch spielend halten kann.

Um sich nach diesem Prinzip zu ernähren, ist es notwendig die Lebensmittel in vier Gruppen einzuteilen. Für jede Gruppe gibt es Regeln wie die Lebensmittel innerhalb und ausserhalb der Gruppe miteinander kombiniert werden können. Das Geniale daran ist, dass die Regeln so einfach und logisch sind, dass man sich innert kürzester Zeit daran Gewöhnt hat und sie intuitiv befolgt. Sehen wir uns die Gruppen ein wenig genauer an.

Quelle: http://www.graciemag.com/en/gracie-diet/

Gruppe A ist die grösste, in ihr finden wir Gemüse und Grünzeug, Fleisch, Hühnchen, Eier und Meeresfrüchte sowie Fette und Öle. Um etwas genauer zu sein sind das etwa Broccoli, Karotten, Radieschen, Kürbis, Fisch, Nüsse sowie sämtliche Fleischsorten ausser Schweinefleisch. Die Lebensmittel dieser Gruppe können sie beliebig miteinander kombinieren. Sie können sie allerdings mit nur einem Element der Gruppe B kombinieren.

Gruppe B beinhaltet alle stark Kohlenhydrathaltigen Lebensmittel wie Mehl, Reis oder Kartoffeln. Auch Stärke im Allgemeinen ist in Gruppe B vertrete. Diese Lebensmittel dürfen unter einander nicht gemischt werden.

In Gruppe C sind süsse Früchte und Frischkäse. Es sind dies Äpfel, Trauben, Datteln, Bananen, Hüttenkäse und Frischkäse um nur einige zu nennen. Auch Zucker im Allgemeinen und Honig gehören hier hin. Diese Speisen können beliebig untereinander kombiniert und mit einem aus Gruppe B ergänzt werden. Wichtig dabei ist, dass was aus Gruppe B kommt nicht mit Fett zubereitet wird. Also Salzkartoffeln ja, Bratkartoffeln nein.

Die Gruppe D besteht aus säurehaltigen Früchten und Milchderivaten. Die Früchte sind zum Beispiel Ananas, Beeren, Orangen, Grapefruit oder Tomaten. Unter Milchderivaten verstehen wir Joghurt, Kefir und auch Molke Produkte. Alles in dieser Gruppe können sie weder untereinander noch mit etwas aus einer anderen Gruppe mischen.

Ausserdem gibt es noch die Regel, dass Milch nur mit gekochten kombiniert wird. Kochbananen können sie beliebig mit allen Lebensmitteln der Gruppe C kombinieren. Ganz verboten sind etwa Essig und Schweinefleisch.

Das mag auf den ersten Blick ein bisschen kompliziert scheinen. Ist es aber nicht. Wer sich ein bisschen damit befasst kann die Lebensmittel schon bald intuitiv einordnen und die Regeln der Gruppen sind ja auch nicht besonders schwierig. Es ist auch eine innere Logik zu erkennen, die wir von anderen Diäten und Ernährungsformen kennen. Zum Beispiel mit Kohlenhydraten sparsam umzugehen. Auch die berühmte Lebensmittelpyramide können wir in der Gracie-Ernährung wiedererkennen. Es gibt viel Früchte und Gemüse, schon weniger Kohlenhydrate und nur ein bisschen süsses. Im Unterschied zu einer Low-Carb Diät, müssen sie allerdings nicht auf Koffein verzichten.

Natürlich geht es auch hier nicht ohne Einschränkungen. Aber das Diäten und Ernährungen welche schnellen Erfolg ganz ohne Einschränkungen versprechen nur Hokuspokus sind, weiss man ja mittlerweile. Wenn sie beispielsweise gerne Tomatensalat mögen, müssen sie sich schon mal über das Dressing Gedanken machen. Essig ist ja nicht erlaubt, also bleibt noch Zitronensaft. Ach nein, Zitronen sind ja auch in der Gruppe D und dürfen so nicht mit der Tomate gemischt werden. Genau so wenig wie Joghurt oder Rahm. Sie können die Tomate also nur als solches und ganz ohne Beilage verspeisen. Es gibt hier allerdings einen kleinen Trick, der mit der Gracie-Ernährung voll kompatibel ist. Sie können die Lebensmittel aus Gruppe D so zubereiten, dass die Säure sich verflüchtigt. Damit steigen diese Lebensmitte in die Gruppe A, beziehungsweise in die Gruppe C auf.

Eine leckere Lasagne? Mit der Gracie-Ernährung kein Problem. Die Bolgnesesauce ist ja gekocht und auch die Milch in der Béchamel wir nur mit gekochtem kombiniert. Allerdings müssen sie hier auf den Käse verzichten, da er nicht mit den anderen Zutaten gemischt werden darf. Und wenn sie die Gruppe B auch raushalten wollen, ersetzten sie doch einfach die Lasagneblätter durch Auberginen. Das ist sehr schmackhaft und umso Gesünder. Sie müssen die Aubergine einfach schön fein schneiden und die Lasagne im Ofen mit Aluminiumfolie abdecken. So wird die Aubergine zusammen mit der Bolognese und der Béchamel schön gekocht.

Probieren sie diese Ernährungsform doch einfach einmal aus. besonders wenn die häufig Probleme mit Unwohlsein oder Durchfall haben. Viele werden erst bei einer Umstellung wieder daran erinnert, dass es nicht normal ist, wenn das Wohlbefinden durch den Tag ständig ab- und wieder zunimmt. Viele dieser Probleme sind auf einen empfindlichen Magen zurückzuführen. Besonders in diesem Bereich ist die Gracie-Ernährung in Brasilien bekannt dafür, dass sie hier Linderung verschafft. Währen eine Behandlung mit Medikamenten oder Ernährungszusätzen nur die Symptome bekämpft und auf lange sich mehr schadet als nützt. Und wer es ausprobiert, wird schon bald positiv über die Auswirkungen auf sein Gewicht überrascht sein.

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