Tipp gegen Schweißfüße
Tipp gegen Schweißfüße

Mit einem üblen Geruch verbundene Schweißfüße sind ein verbreitetes Phänomen, an dem mehr als ein Drittel der Deutschen leidet. Stark schwitzende Füße sind nicht nur für das soziale Umfeld ein unangenehmer Faktor, sondern können für Betroffene ein erst zunehmendes Problem darstellen. Menschen, die an übermäßigem Fußschweiß leiden, haben oft mit Symptomen wie Verunsicherung, Selbstwertverminderung, sozialer Ausgrenzung oder gar mit Depressionen zu kämpfen.

Behandlung und Verbeugung bei schwitzende Füße Click To Tweet

Damit Sie Ihrem Fußschweiß ein Ende zu bereiten können ist es notwendig die eigentlichen Ursachen zu verstehen. So starten Sie in eine gezielte Behandlung und können auch anschließend effektiv vorbeugen.

Ursachen für schwitzende Füße

Woher kommt der unangenehme Geruch?

Unser frisch produzierter Schweiß ist zunächst geruchslos, doch je länger wir unsere Socken mit diesem Schweiß an uns tragen, desto stärker entwickelt sich ein intensiver unangenehmer Geruch. Grund dafür sind die Bakterien auf unserer Haut, welche die im Schweiß enthaltenen Harnstoffe, Eiweiße, Milchsäure und andere Stoffe zersetzen. Bei diesem Prozess entsteht Buttersäure, welche für den bekannten beißenden Schweißfußgeruch verantwortlich ist.

Schuhwerk und Material

Unsere Füße sondern permanent Schweiß und Hitze ab, die in unseren Socken und Schuhen eingeschlossen ist. Dadurch entwickelt sich ein feuchtwarmes Milieu, welches nicht nur eine erhöhte Schweißbildung fördert, sondern auch die Geruchsbildung durch die Bakterien auf unserer Haut erhöht.

Zu den häufigsten Ursachen für Schweißfüße gehört daher das falsche Schuhwerk oder Material unserer Socken. Unsere Schuhe sollten ausreichend Belüftung bieten und Socken sollten möglichst nicht aus synthetischen Stoffen bestehen. Im Sommer und bei warmen Temperaturen empfiehlt es sich offenes Schuhwerk zu tragen oder gar barfuß zu laufen.

Mangelnde Hygiene und Pflege

Bei mangelnder Fußhygiene kann jeder Schweißfüße entwickeln. Dazu braucht es keine genetische Veranlagung. Dazu zählt das tägliche (!) gründliche Waschen, Abtrocknen und Eincremen der Füße genauso wie ein frisches Paar Socken für jeden Tag.

Hyperhidrosis Plantaris

Das übermäßige Schwitzen der Füße (mehr als 50mg Flüssigkeit pro Minute) wird in der Medizin als Hyperhidrosis Plantaris bezeichnet. Dabei liegt bei Betroffenen eine Überfunktion der Schweißdrüsen vor, die oft nicht nur lokal bei den Füßen auftritt, sondern auch für übermäßiges Schwitzen der Hände und Achselhöhlen verantwortlich sein kann. Insgesamt besitzen wir bis zu drei Millionen Schweißdrüsen am ganzen Körper, während alleine die Füße bis zu 600 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter aufweisen.

Die Gründe für eine Überfunktion der Schweißdrüsen sind noch nicht vollständig bekannt. In der Wissenschaft liegen allerdings genetische Ursachen für eine vorliegende Hyperhidrosis im Verdacht, sowie übermäßig ausgeprägte Schweißdrüsen. Andererseits kann eine Überaktivität der Nerven im Fuß für übermäßiges Schwitzen verantwortlich sein.

Hormone

Vor allem in der Pubertät haben Jugendliche oft mit einer verstärkten Schweißbildung zu kämpfen. Die extrem hohe Produktion von Hormonen beeinträchtigt nicht nur das Hautbild (Pickel) und die Stimmung, sondern verursacht auch vermehrtes Schwitzen und die Bildung von Duftstoffen.

Mit ähnlichen hormonellen Problemen haben Frauen in den Wechseljahren zu kämpfen.

Pilzerkrankungen

Pilzinfektionen können die Ursache für einen besonders üblen Fußgeruch darstellen. In vielen Fällen gehen können Schweißfüße Pilzerkrankungen sogar verursachen. Wer seine Füße permanent einem feucht-warmen Milieu aussetzt, der bietet Bakterien und Pilzen einen optimalen Lebensraum. Vor allem in der Hornhaut, die durch Feuchtigkeit ständig aufgeweicht ist und sogar weißlich aufquellen kann, können sich Pilze wunderbar einnisten und von dort den gesamten Fuß befallen.

Wer seine Füße gut belüftet und trocken hält sowie auf gute Fußhygiene und -pflege achtet, dem wird selbst ein Barfußspaziergang durchs Schwimmbad nichts anhaben können.

Behandlung und Verbeugung bei schwitzende Füße

Die Behandlung von Schweißfüßen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Meistens geht es darum, die Folgeerscheinungen der Geruchsbildung zu vermindern.

Nicht jeder hat eine genetische Disposition für Schweißfüße. Bei den meisten können bereits einfache Hausmittel und Verhaltensänderungen Wunder bewirken. Was zur Behandlung von Schweißfüßen hilft, dass ist natürlich ebenso in der Vorbeugung wirksam.

Wann zum Arzt?

Grundsätzlich sind Schweißfüße nicht immer mit medizinischen Komplikationen oder gar ein gesundheitsgefährdender Zustand. In den meisten Fällen sind die vielen Möglichkeiten der Selbsthilfe bereits ausreichend, um eine Verbesserung der Beschwerden zu erzielen.

In einigen Fällen ist ein Arztbesuch jedoch angebracht oder sogar notwendig. Etwa wenn Sie sich aufgrund Ihrer Schweißfüße psychisch unwohl fühlen, wenn Ihr Selbstwertgefühl darunter stark leidet, wenn Sie Depressionen oder andere psychische Erkrankungen entwickeln oder auch wenn Sie sich deswegen sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sehen. Notwendig ist eine Behandlung zudem bei der Entwicklung von Pilzinfektionen (Nagel- und Hautpilz) oder Entzündungen durch Schweißfüße

Liegt bei Ihnen eine medizinisch diagnostizierte Hyperhidrosis Plantaris vor, dann gibt es die Möglichkeit Schweißdrüsen operativ entfernen zu lassen.

Schuhwerk und Socken

Sorgen Sie für gut belüftetes atmungsaktives Schuhwerk und tragen Sie so oft wie möglich offene Schuhe (z.B. Sandalen oder Flipflops). Weiterhin sollten Sie auf Socken aus synthetischem Material verzichten und stattdessen lieber natürliche Stoffe wie Baumwolle bevorzugen. Wechseln Sie Ihre Socken täglich und grundsätzlich nach dem Sport sowie nach mehreren Stunden Schuhe tragen.

Schuhe sollten nach dem Tragen mindestens 24 bis 48 Stunden nicht getragen werden, damit sie vollständig austrocknen und gut belüftet werden. Das regelmäßige Waschen der Schuhe und die Anwendung von Geruchssprays und Desinfektionssprays helfen zusätzlich gegen die Geruchsbildung.

Es gibt weiterhin spezielle Einlegesohlen (z.B. mit Zedernholz, Aktivkohle oder Zimt), die gegen die Bildung von Schweißgeruch an den Füßen wirken können.

Pflege und Hygiene

Waschen Sie Ihre Füße mindesten einmal täglich mit kaltem (!) Wasser und cremen Sie sie regelmäßig ein. Eine gute Belüftung der Füße und das tägliche Wechseln der Socken gehört ebenfalls zu den grundlegenden Hygienemaßnahmen.

Nach dem Waschen sollten Sie Ihre Füße gut abtrocknen (auch zwischen den Zehen) bevor Sie Socken und Schuhe anziehen.

Barfußlaufen gegen Schweißfüße

Ein gutes Mittel gegen Schweißfüße ist regelmäßiges Barfußlaufen. Ob daheim oder draußen, es gibt keine bessere Methode Ihre Füße gut zu belüften und die Feuchtigkeit der Schuhe und Socken loszuwerden. Wer regelmäßig barfuß läuft hat nachweislich gesündere Füße und weniger Probleme mit geruchsintensivem Schweiß. Zudem gibt es nichts schöneres als barfuß über Gras oder Sand zu gehen. Probieren Sie es aus!

Fußdeodorants

Die meisten Fußdeodorants sind leider wenig empfehlenswert. Sie beseitigen zwar den Geruch, doch sie stören die natürliche Hautflora und Keimbesiedelung, was wiederum zu Infektionen führen kann. Mit einigen Fußdeodorants mit Aluminiumsalzen können Sie jedoch gute Resultate erzielen. Ähnlich den Deodorants für unsere Achseln unterdrücken sie die Schweißbildung.

Fußcremes

Viele Fußcremes haben sich in der Bekämpfung von üblem Fußgeruch und Unterdrückung der Schweißproduktion bewährt. Sie enthalten beispielsweise Aluminiumhydrochlorid oder gerbstoffhaltiges Puder, welche die Schweißdrüsen nachweislich hemmen.

Fußbäder

Kalte bis maximal lauwarme Fußbäder mit verschiedenen Heilextrakte wie Salbeitinktur oder Eichenrindenextrakt haben sich bei regelmäßiger Anwendung auch langfristig als Wirksam gegen übermäßige Schweißproduktion erwiesen.

Schwitzende Füße – Fazit

Mit den richtigen Maßnahmen kann jeder einzelne gegen Fußgeruch individuell vorgehen und diesen wirksam bekämpfen. Die genannten natürlichen Methoden (Barfußlaufen, geeignetes Schuhwerk, Hygiene) sollten anderen Eingriffen stets vorgezogen werden. Der Hauptgrund für geruchsintensive Schweißfüße in unserer Gesellschaft ist und bleibt das übermäßige Tragen von ungeeigneten Schuhen und Socken und die damit oft verbundene mangelnde Hygiene. Unter natürlichen Umständen (barfuß) würde es zu diesem weit verbreiteten Problem vermutlich nicht kommen.

Wenn Sie aus beruflichen gründen festes und geschlossenes Schuhwerk tragen müssen, dann sind ergänzende Maßnahmen wie Cremes, Fußbäder, Einlagen, Fußdeodorants etc. natürlich eher angebracht.

Quellen:

http://www.gegen-starkes-schwitzen.de/hyperhidrose_schweissfuesse.html
http://symptomat.de/Schwei%C3%9Ff%C3%BC%C3%9Fe
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwei%C3%9Ffu%C3%9F
https://www.gesundheit.de/wellness/koerperpflege/fusspflege/schweissfuesse-das-hilft
http://schweissfuesse-hilfe.de/ursache-schweissfuss/
http://www.elektrischer-hornhautentferner.de/tipps/tipps-gegen-fussgeruch-hausmittel-und-die-ursachen-der-kaesefuesse
http://www.netmoms.de/magazin/kinder/kindesentwicklung/schweissfuesse/
http://www.heilpraxisnet.de/symptome/schweifuee-hyperhidrosis-pedis.html
http://www.apotheken-umschau.de/Fuesse/10-Tipps-gegen-Schweissfuesse-168995.html
http://gesundpedia.de/Schwei%C3%9Ff%C3%BC%C3%9Fe
http://schweissfuesse.gesundung.info/
http://omas-kraeuterkolumne.de/tag/ursachen-schweissfuss/
https://zederna.de/schweissfuesse-ursache/
http://www.schuhschraenke-und-schuhregale.de/praxis-tipps/schweissfuesse-erklaerung-der-ursachen-und-tipps-zur-vorbeugung-und-behandlung
https://www.fersen-sporn.com/fusserkrankungen/schweissfuesse
http://www.tessamino.de/blog/allgemein/fussgeruch-ade-10-tipps-gegen-schweissfuesse
https://www.netdoktor.at/gesundheit/schweissfuesse-was-tun-6851203

Literatur:

Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011

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