Aroma- und Phytotherapie: Ätherische Öle und Krebs
Aroma- und Phytotherapie: Ätherische Öle und Krebs

In der Naturheilkunde haben ätherische Öle ihren festen Platz. Bereits im alten Ägypten wurden aromatische, parfümierte Öle zur Einbalsamierung von Mumien verwendet, was auch im alten China und Indien bekannt war.

In unserer westlichen Gesellschaft waren die gut duftenden Öle größtenteils in Wellnessoasen oder in heimischen Bädern zu riechen oder fanden ihre Anwendung in Form von Hausmitteln. Inzwischen steigt jedoch das Interesse von Forschern am Potenzial der pflanzlichen Inhaltsstoffe und ihrer möglicherweise heilender Wirkung, insbesondere in der Krebstherapie.

Behandlung von verschiedenen Krankheiten mit ätherischen Öle

Weihrauch tötet Krebszellen ab, ohne die gesunden Zellen zu schädigen Click To Tweet

Die Indikationen in der Behandlung von Krankheiten unterscheiden sich von Öl zu Öl. So kann die Anwendung von Aromatherapie bei Stress, chronischen Schmerzen, Übelkeit und Depression helfen. Ebenso kann eine Minderung von bakteriellen und fungalen Infekten erzielt und das Immunsystem stimuliert werden, wodurch etwa Erkältungen, Grippeinfekte und Halsschmerzen effektiv bekämpft werden können. Weiterhin versprechen ätherische Öle Linderung bei Blasenentzündung, Herpes simplex, Akne, Kopfschmerzen, Verdauungsstörung, prämenstruelles Syndrom und Muskelverspannung.

Aromatherapie: Ätherische Öle: Die heilende Kraft der Aromen
ätherische Öle, die wirksam bei der Behandlung von Krebs sind

Die genaue Wirkungsweise von Aromen kann in wissenschaftlichen Studien nur sehr schwierig ermittelt werden, da ätherische Öle im Gegensatz zu den meisten chemischen Arzneien aus vielen unterschiedlichen Einzelstoffen bestehen.

Pflanzliche Sekundärstoffe in ätherischen Ölen

Die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, die allen voran in ätherischen Ölen enthalten sind, können sehr positive Effekte in der Therapie von onkologischen Erkrankungen erzielen. Dank ihrer antioxidativen Wirkung können sie freie Radikale im Körper bekämpfen und damit krebsvorbeugend wirken, sowie das weitere Wachstum von Krebszellen verhindern.

Krebs Vorbeugung

Obwohl wir zu jeder Zeit fehlerhafte Zellen in unserem Körper haben, ist ein gesunder Körper dazu in der Lage, diese Zellen zu entfernen oder zu heilen. Wer jedoch seine Gesundheit oder Ernährung vernachlässigt, der riskiert, dass sich diese fehlerhaften Zellen in Krebs verwandeln. Aktuelle wissenschaftliche Studien beweisen, dass mithilfe von ätherischen Ölen die Ausscheidung dieser Zellen unterstützt und dadurch das Krebswachstum verhindert werden kann. Daher spielt die Aromatherapie nicht nur in der Krebs-Therapie sondern auch in der Vorbeugung eine entscheidende Rolle.

Komplementär Therapie mit ätherischen Ölen

Es gibt eine Reihe weiterer Wirkungsweisen von ätherischen Öle und Aromatherapien, welche bei der Krebsheilung helfen. Einige ätherische Öle wirken sich direkt auf Krebszellen aus, indem sie deren Wachstum verhindern oder den Krebs-Zelltod (Apoptose) fördern.

Zu den wirkungsvollsten Öle gegen ungesunde, unregelmäßige Zellen gehören Thymian, Rosmarin, Oregano, Kamille und Weihrauch. Diese Öle enthalten Bestandteile, welche Krebszellen selektiv schädigen oder deaktivieren, während gesunde Zellen intakt bleiben. Dies steht im krassen Gegensatz zur herkömmlichen Krebsbehandlungen, bei der häufig auch die gesunden Zellen zerstört werden und schwere Nebenwirkungen auftreten.

Im Folgenden möchte ich eine Liste der effektivsten ätherischen Öle in der Onkologie aufführen.

Ätherisches Thymianöl

In einer Schweizer Studie aus dem Jahr 2010 erwies sich Thymianöl im Vergleich zu anderen ätherischen Ölen als besonders wirkungsvoll gegen MCF-7 Brustkrebszellen, A-549 Lungenkrebszellen und PC-3-Prostata-Krebszellen. Der Grund dafür ist vermutlich die aktive Verbindung Thymol, die mehrere krebsbekämpfende Mechanismen aktivieren soll.

Ätherisches Rosmarinöl

Rosmarinöl enthält eine Reihe von potenten Phytochemikalien und therapeutischen Pflanzenstoffe. Diese Antioxidantien bekämpfen freie Radikale, die Zellmembrane beschädigen, die DNA manipulieren und sogar die Zerstörung von gesunden Zellen verursachen können. Die starken Anti-Tumor-Eigenschaften von Rosmarinextrakt konnten vor allem im Bezug auf den Dickdarm, die Brust, Leber, Magen, Haut und Blut gezeigt werden. Bereits eine Konzentration von 1 Prozent des Öls kann mehr als 90 Prozent der Eierstock- und Leberkrebszellen deaktivieren.

Ätherisches Oreganoöl

Carvacrol ist ein Bestandteil von Oregano, der vor allem in der Therapie von Prostata-, Brust- und Hautkrebs unterstützend wirkt. Studien erwiesen, dass das Öl den Zelltod der entsprechenden Krebszellen verursacht.

Ätherisches Kamillenöl

Kamille gehört zu den ältesten Heilpflanzen der Menschheit. Die getrockneten Blüten der Kamille beinhalten viele therapeutische und chemische Bestandteile, darunter die Terpenoide und Flavonoide, welche für ihre heilende und antioxidative Wirkung bekannt sind.

Studien zufolge wirkt sich Kamillenextrakt nur gering auf normale Zellen aus, weist jedoch eine signifikante Wirkung auf menschliche Krebszellen auf insbesondere im Bezug auf Haut-, Prostate-, Brust- und Eierstockkrebs.

Ätherisches Weihrauchöl

Ätherisches Weihrauchöl wird aus Harz oder  aus dem Saft der Boswellia-Baum Familie hergestellt.

Boswelliasäure, welches der Hauptwirkstoff des Öls ist, besitzt stark entzündungshemmende Eigenschaften, die bereits in der chinesischen und ayurverdischen Medizin bei der Therapie vieler Krankheiten, einschließlich Krebs, ihre Anwendung finden. Auch in der westlichen Forschung konnte die positive Wirkung von ätherischem Weihrauchöl gegen Tumore und Krebszellen nachgewiesen werden.

Linderung von Strahlentherapie Beschwerden

Sowohl das Karzinom selbst als auch die derzeitig verwendeten konventionellen Behandlungsmethoden wie Operation, Strahlen- und Chemotherapie ziehen schwere Leiden nach sich, zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Depressionen, Strahlenschäden und Lymphödem. Die Aromatherapie kann an dieser Stelle eine deutliche Besserung dieser Leiden herbeiführen ohne selbst nachweisbare Nebenwirkungen vorzuweisen.

Bei richtiger Auswahl, Dosierung, Mischung und Anwendungsform kann die Anwendung von ätherischen Ölen bei allen therapiebedingten Nebenwirkungen eine nachhaltige Erleichterung bewirken. Daher kommt der Aromatherapie im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung und Behandlung mit einer Kombination aus konventioneller Medizin und Komplementärmedizin allgemein eine große Bedeutung zu.

Linderung psychischer Beschwerden

Verfolgt man einen ganzheitlichen Ansatz, so muss auch die Psyche des Menschen Berücksichtigung finden. Leider wird in der konventionellen Medizin dieser Ansatz häufig vernachlässigt, obwohl das psychische Wohlbefinden die physische Gesundheit nachweislich beeinflusst. In dieser Hinsicht wirken ätherische Öle und Aromatherapien besonders positiv auf Tumorpatienten, etwa durch die Reduktion von Angstzuständen und emotionalem Stress, Schmerzreduktion, Verminderung von Muskelverspannungen, Müdigkeit und Erschöpfung.

Ätherische Öle zur Behandlung von Nebenwirkungen der Krebstherapie

Müdigkeit: Bei Müdigkeit wirken vor allem Rosmarin, Pfefferminze und Basilikum stimulierend.

Entspannung und Stressminderung: Gut geeignet sind römische Kamille, Weihrauch, Neroli, Lavendel, Majoran, Rose, Geranium und Sandelholz.

Antiinfektiös und immunstimulierend: Um Antibiotika zu umgehen können Teebaumöl, Speiklavendel, Eucalyptus, Niaouli, Cajeput, Ravensara und Rosmarin angewendet werden.

Brechreiz: Bei Brechreiz helfen Ingwer, Pfefferminze oder Fenchel.

Angst- und atmungserleichternd: Besonders bei Patienten im terminalen Stadium helfen Weihrauch, Tanne, Lavendel, Zypresse, Ravensara und Speiknarde.

Schmerzlindernd: Zu den schmerzlindernden Ölen gehören Pfefferminze, Lavendel, Majoran sowie die Römische Kamille.

Anwendung von ätherischen Ölen

Ätherische Öle können auf unterschiedliche Weise angewandt werden. Sie können durch eine Kompresse oder einen Diffusor eingeatmet oder in Lebensmitteln und Getränken verwendet werden (sofern für den Verzehr geeignet). Weiterhin besteht die Möglichkeit sie in einem Trägeröl verdünnt direkt auf die Haut aufzutragen. Einige ätherischen Öle werden inhaliert, andere durch Tees aufgenommen, dem Badewasser oder Kissen hinzugefügt oder sind in Salben, Cremes oder Kompressionen enthalten. Als sichere und wirksame Verdünnung wird bei den meisten Ölen maximal 2,5% bei Erwachsenen in der Massagetherapie empfohlen (ca. 2 Tropfen ätherisches Öl pro 100 Tropfen Trägeröl oder 5-10 Tropfen bei Ganzkörperbädern).

Die meisten ihrer pharmakologischen Wirkungen entfalten ätherische Öle über die Blutversorgung zum Gehirn oder indirekt über die Geruchsnervenbahnen. Die Ölduftstoffe über den Blutkreislauf und die Nervenbahnen aus den Nasennebenhöhlen in das Gehirn absorbiert.

Insgesamt können etwa 40 unterschiedliche aus Pflanzen gewonnene ätherische Öle in der Aromatherapie eingesetzt werden, welche entweder durch Destillieren oder Kaltpressen (Expression) extrahiert werden.

Die meisten ätherischen Öle und Formen der Atomatherapie können entweder selbst oder durch einen Therapeuten appliziert werden. Topische und inhalative Aromatherapiebehandlungen werden von professionellen Aromatherapeuten, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Pharmazeuten und Massagetherapeuten angeboten.

http://www.spiegel.de
http://www.gesundheute.com
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de
http://www.augsburger-allgemeine.de
https://blog.aromapraxis.de
http://www.apotheken.de
https://www.onkopedia.com
https://kurier.at

Literatur:

  1. E. Elson, D. M. Peffley, P. Hentosh, H. Mo: Proc. Soc. Exp. Biol. Med. 221, 294-311 (1999). D. Bigga: Mit ätherischen Ölen gegen Nachwirkungen der Bestrahlungs- therapie. Forum Essenzia, Heft 18: Kamille (2000).

Merken

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here